S-Ade­no­syl­me­thio­nin (SAMe) ist in Leben­smit­teln nicht enthal­ten, jedoch kommt Methio­nin (Ami­no­säure) auf natür­li­che Weise in den Gewe­ben und Flüs­sig­ke­iten des Orga­ni­smus vor. SAMe spielt durch die Erhal­tung eines guten Zustands der Zel­l­mem­bra­nen eine wich­tige Rolle im Immun­sys­tem und hilft auch bei der Pro­duk­tion und der Ver­te­ilung che­mi­scher Ver­bin­dun­gen im Gehirn (wie Sero­to­nin, Mela­to­nin und Dopa­min). Außer­dem hilft SAMe bei der Pro­duk­tion von Neu­ro­tran­smit­tern im Gehirn, beein­flusst die Stim­mung und das all­ge­me­ine Wohl­be­fin­den. Es wirkt in Kom­bi­na­tion mit Vita­min B12 und Folat oder Vita­min B9. Der Man­gel an Vita­min B12 oder Fol­säure kann den SAMe-Spie­gel in deinem Orga­ni­smus sen­ken.

Es wird ange­nom­men, dass SAMe dabei hilft, Schme­rzen bei Kno­chen- und Gelen­kent­zün­dun­gen zu lin­dern. In Europa wurde es in den letz­ten Jah­ren auch zur Lin­de­rung von Depres­sions­symp­to­men aus­ge­nutzt. For­scher haben auch die Ver­wen­dung von SAMe bei der Behan­dlung von Fibro­my­al­gie und Lebe­rer­kran­kun­gen unter­sucht. In vie­len frühe­ren Stu­dien wurde SAMe intra­ve­nös oder intra­mu­sku­lär vera­bre­icht. Erst vor kurzer Zeit kon­n­ten die For­scher die Effekte der Ver­wen­dung von SAMe sehen. Vor allem sol­lte die Fähig­keit von SAMe zur Hem­mung der Gen­re­pli­ka­tion von endo­ge­nen Retro­vi­ren beach­tet wer­den.

1. Medi­ka­ment gegen Schi­zo­ph­re­nie

SAMe kann ähn­lich wie her­köm­m­li­che Antip­sy­cho­tika die Leben­squ­ali­tät (QLS-Score) ver­bes­sern und aggres­sive Ver­hal­ten­swe­isen (mit der neuen Aggres­sions­skala bewer­tet) in der Unter­gruppe von Patien­ten mit Schi­zo­ph­re­nie redu­zie­ren. Wenn die Ver­wen­dung von Pla­cebo das Risiko um 43% redu­zierte, wurde im Fall von SAMe ein Abfall um 77% fest­ge­stellt. Dies ergibt sich aus der Tat­sa­che, dass der Poly­mor­phi­smus des Enzyms COMT, welches bei Schi­zo­ph­re­nie mit aggres­sivem Ver­hal­ten ver­bun­den ist, durch die Ein­nahme von SAMe effek­tiv redu­ziert wird.
Dosis:
800 mg pro Tag, für 8 Wochen
Neben­wir­kun­gen
Wenn du jedoch eine Per­son mit einem aku­ten Depres­sion­sver­lauf bist, die an einer bipo­la­ren Störung (mani­schen Depres­sion) oder an der Par­kin­son-Kran­kheit leidet, dar­fst du Präpa­rate, die SAMe enthal­ten, ohne Rück­spra­che mit dem Arzt, nicht ein­neh­men.

2. Depres­sion

Obwohl ange­nom­men wird, dass SAMe eine effek­tive Unter­stüt­zung bei der Behan­dlung von Depres­sion dar­stellt, ble­ibt sein Wir­kung­sme­cha­ni­smus immer noch ein Gehe­im­nis. Der wahr­sche­in­lich­ste Grund, warum es auf diese Weise auf Men­schen ein­fließt, ist, dass es den Sero­to­ninspie­gel im Gehirn erhöht (ähn­lich wie die meisten Anti­de­pres­siva).
Man­che For­schun­gen weisen darauf hin, dass SAMe bei der Behan­dlung von leich­ten bis mit­tel­sch­we­ren Depres­sionen effek­tiver als Pla­cebo ist und so effek­tiv wie Anti­de­pres­siva ohne Nebe­nef­fekte wie Kopfschme­rzen, Schla­flo­sig­keit und sexu­elle Funk­tions­störun­gen wirkt. Wäh­rend die Medi­ka­mente nach ca. 6 bis 8 Wochen begin­nen zu wir­ken, kön­nen die ersten Effekte der Ein­nahme von SAMe viel schnel­ler fest­ge­stellt wer­den.
Dosis:
Um die Depres­sionssymptome zu lin­dern, sol­lten 800 bis 1600 mg SAMe pro Tag in zwei Dosen ein­ge­nom­men wer­den – mor­gens und nachmit­tags.
Neben­wir­kun­gen
Im Prin­zip wer­den immer noch For­schun­gen zur Anwen­dung von SAMe bei der Behan­dlung von Depres­sionen benötigt. Wenn du jedoch eine Per­son mit einem aku­ten Depres­sion­sver­lauf bist, die an einer bipo­la­ren Störung (mani­schen Depres­sion) oder an der Par­kin­son-Kran­kheit leidet, dar­fst du Präpa­rate, die SAMe enthal­ten, ohne Rück­spra­che mit dem Arzt, nicht ein­neh­men.

3. Kno­chen- und Gelen­kent­zün­dung

SAMe kann Schme­rzen und Ent­zün­dun­gen in den Gelen­ken lin­dern. Der Zusatz von SAMe ist bei Erwach­se­nen mit Kno­chen und Gelen­kent­zün­dun­gen der Hüften, Knie oder der Wir­bel­säule genauso wirk­sam wie ent­zün­dung­shem­mende Medi­ka­mente (NSAIDs wie Ibu­pro­fen und Napro­xen). Es redu­ziert die mor­gen­dli­che Ste­ifheit, ver­bes­sert den Bewe­gung­sum­fang, lin­dert Schme­rzen und Schwel­lun­gen und erhöht die Geh­ge­sch­win­dig­keit. Außer­dem hat SAMe weni­ger Neben­wir­kun­gen als NSAIDs.
Dosis:
Bei Kno­chen- und Gelen­kent­zün­dun­gen beträgt die Ein­nahme zwi­schen 600 und 1200 mg pro Tag und wird in 2 bis 3 Dosen ein­ge­te­ilt.
Neben­wir­kun­gen
SAMe fließt nicht auf die Umkeh­rung der Effekte von Gelen­kent­zün­dun­gen ein. Es kann Kopfschme­rzen und Schwin­del bewir­ken.

SAMe

4. Leber

Men­schen mit Lebe­rer­kran­kun­gen sind oft nicht dazu fähig, SAMe in ihren Kör­pern zu syn­the­ti­sie­ren. Vor­läu­fige Stu­dien haben geze­igt, dass die Ver­wen­dung des Medi­ka­ments SAMe bei der Behan­dlung von chro­ni­schen Lebe­rer­kran­kun­gen, die durch Dro­gen oder Alko­hol verur­sacht wer­den, hil­fre­ich sein kann. SAMe kann bei Men­schen mit Lebe­rer­kran­kun­gen bei der Nor­ma­li­sie­rung der Lebe­ren­zyme hel­fen. Lebe­rver­fet­tung und Lebe­rzir­r­hose SAMe ist dazu fähig, den Glutathionspie­gel in den Ery­th­ro­zy­ten oder in den roten Blut­kör­per­chen zu nor­ma­li­sie­ren, Leber­schäden, die durch Modi­fi­zie­rung des Schwe­fel­stof­fwech­sels verur­sacht wur­den, zu redu­zie­ren und die Leber vor Schädi­gun­gen zu schüt­zen.
Dosis:
Die Behan­dlung von Men­schen mit Lebe­rzir­r­hose mit Hilfe von SAMe (Dosis 1200 mg/Tag) kann das Risiko für eine uner­läs­sli­che Organ­tran­splan­ta­tion oder des Todes von 29% auf 12% sen­ken.
Lebe­ren­zyme
Dosis
Die Vera­bre­ichung von SAMe (800 mg) über 8 Wochen führt zu einer leich­ten Erhöhung des ALT-Spie­gels im Blut­pla­sma (22%).
Neben­wir­kun­gen
Die Ver­wen­dung von SAMe bei der Leber­be­han­dlung kann abhän­gig von der Dosis sol­che Neben­wir­kun­gen wie Übel­keit, Erbre­chen und Bauchschme­rzen verur­sa­chen.

5. Fibro­my­al­gie

SAMe kann bei der Reduk­tion von Fibro­my­al­giesymptomen, wie Schme­rzen, Müdig­keit, mor­gen­dli­che Ste­ifheit und Depres­sion, effek­tiv sein. Die Mehr­heit der Stu­dien betraf jedoch Injek­tio­nen von SAMe. Einige Stu­dien, die die orale Form SAMe betra­fen, bestätig­ten seine Wirk­sam­keit, andere jedoch nicht.
Dosis
Bei der Behan­dlung von Fibro­my­al­gie beträgt die Dosis von SAMe zwi­schen 400 mg und wird 6 Wochen lang zwe­imal pro Tag ein­ge­nom­men. • Neben­wir­kun­gen Die Ver­wen­dung von SAMe bewirkt bei der Behan­dlung von Fibro­my­al­gie manch­mal ein inten­si­vier­tes Schwit­zen.

6. Andere Vorzüge

Außer den oben genan­n­ten Vorzügen ist SAMe auch in den fol­gen­den Situ­atio­nen effek­tiv:
• Begren­zung der Ver­meh­rung von Kreb­szel­len,
• Andere Stu­dien zeigen, dass Levo­dopa (L-Dopa) bei der Par­kin­son-Kran­kheit den Spie­gel von SAMe im Orga­ni­smus sen­ken kann, Was zu Depres­sionen füh­ren und die Neben­wir­kun­gen von L-Dopa inten­si­vie­ren kann.
• SAMe kann den Blutzuckerspie­gel sen­ken und die Wir­kung von Dia­be­te­sme­di­ka­men­ten ver­stär­ken.

Vor­sicht­sma­ßnah­men

• SAMe darf Kin­dern nicht ohne ärz­tli­che Aufsicht vera­bre­icht wer­den.
• Die Neben­wir­kun­gen kön­nen Mund­troc­ken­heit, Ang­st­zu­stände, Übel­keit, Blähun­gen, Erre­gung, Durch­fall, Kopfschme­rzen, Ang­st­zu­stände und Schla­flo­sig­keit umfas­sen
• Große Dosen kön­nen abnorme Stim­mungsschwankungen bewir­ken • Die Ein­nahme von SAMe wird stil­len­den Müt­tern und schwan­ge­ren Frauen nicht emp­foh­len
• Per­sonen, die SAMe ein­neh­men, sol­lten einen Mul­ti­vi­ta­min­kom­plex ein­neh­men, der Fol­säure und die Vita­mine B12 und B6 enthält.
• Per­sonen mit bipo­la­rer Störung sol­lten SAMe nicht ein­neh­men, weil es die mani­schen Epi­so­den inten­si­vie­ren kann.
• SAMe sol­lte nicht zusam­men mit Dextro­me­thor­phan, Mepe­ri­din (oder Deme­rol), Pen­ta­zo­cin (oder Tal­win), Tra­ma­dol (oder Ultram) und Anti­de­pres­siva ein­ge­nom­men wer­den.

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