Es lohnt sich zweifellos, sich um die Gesundheit des Nervensystems zu kümmern, weil sein Zustand bestimmt, wie wir uns fühlen, wie wir im Alltag funktionieren und wie unser Leben im höheren Alter aussehen wird. Eine wenig bekannte, jedoch effektive Methode für den Kampf gegen Dysfunktionen dieses Systems ist die Ergänzung der Diät mit Lithium. Wie es sich ergeben hat, kann es bei so populären Fällen wie Depressionen, Magersucht oder Alkoholismus hilfreich sein.

Was ist Lithium?

Dies ist ein Spurenelement, das in Pflanzen, im Erdboden sowie im Grund- und Trinkwasser vorkommt. Seine Menge variiert abhängig von der Herkunft des Wassers. Die größte Beliebtheit verdankt es seiner medizinischen Anwendung – manchmal wird es bei bestimmten psychiatrischen Störungen wie Depressionen oder bipolaren Störungen als Medikament verwendet. Es zeigt auch verschiedene Wirkungen, die positiv auf die Gesundheit des Organismus einfließen. Man kann es wagen zu meinen, dass sowohl der Organismus als auch der Geist von der Lithiumzufuhr profitieren.

Lithium wirkt antidepressiv und stabilisiert die Stimmung.

In der Medizin reicht man nach Lithium insbesondere im Falle von Depressionen, bei denen keine der klassischen Behandlungsmethoden Linderung bringen sowie bei bipolaren Erkrankungen.

Eines der molekularen Ziele von Lithiumionen sind die 5-HT-1B-Rezeptoren, die zum serotonergen System gehören, und dank denen wir Glück empfinden, das sich aus der Anwesenheit von Serotonin im Gehirn ergibt. Der Serotoninspiegel selbst kann sich auch durch die Intensivierung der Freisetzung dieses Neurotransmitters in die synaptischen Räume erhöhen. Diese beiden Mechanismen ermöglichen die Stimulation des serotonergen Systems, welches sich im Falle einer Depression gewöhnlich durch eine geringere Aktivität auszeichnet [1].

Wie die Ergebnisse der Metaanalyse zeigen, reduziert die langzeitige Einnahme von Lithium die Anzahl der Selbstmordversuche bei Menschen mit psychischen Störungen um das Fünffache! Bei den Personen, die sich weiterhin umbringen wollten, wurde das Verhältnis der erfolglosen zu den erfolgreichen Versuchen verbessert, was auf einen größeren Überlebenswillen hinweist [2].

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In einer Studie, in der die Effekte von Lithium mit der Wirksamkeit von Methylphenidat bei Menschen mit ADHS verglichen wurden, wurde nachgewiesen, dass es nur ein bisschen weniger effektiv als dieses amphetaminähnliche Medikament ist und dabei auch viel sicherer zu sein scheint. Die Wirksamkeit wurde durch das Niveau der Verbesserung von solchen Parametern wie aggressives Verhalten, Unruhe, Angstzustände, Gereiztheit, depressive Tendenzen und verbales Gedächtnis bestimmt [3].

Infolge der Kur wird die Neurotransmission der stimulierenden Neurotransmitter, insbesondere von Glutamat und Dopamin, geschwächt und die Transmission des hemmenden GABA intensiviert. Wir verdanken dies der beruhigenden und der stimmungsstabilisierenden Wirkung von Lithium, insbesondere bei bipolaren Störungen in manischen Stadien, bei denen Lithium am häufigsten ausgenutzt wird [4]. Die stimmungsstabilisierende Wirkung, die bei manischen Störungen so erwünscht ist, basiert auch in großem Maße auf den Eigenschaften zur Reduktion des Inositvorräte durch die Inhibition des Enzyms Inosit-Monophosphatase [5].

Bei Personen, die an Magersucht (Anorexia nervosa) leiden, wird infolge der Kur mit Lithium schon innerhalb von 4-6 Wochen ein merkliches Wachstum der Körpermasse festgestellt [6][7]. Die serotonerge Aktivität kann wiederum bei Zwangsstörungen [8], und die dopaminhemmende bei Zwangsspielern [9] hilfreich sein. Eine Erhöhung des Lithiumspiegels im Blut kann während der Therapie von Alkoholikern bewirken, dass sie seltener erneut nach Alkohol greifen werden [10][11].

Wissenschaftliche Daten weisen auch auf die neuroprotektive Wirkung und die Unterstützung beim Kampf gegen neurodegenerative Erkrankungen hin.

Neuronen werden unter anderem durch reaktive Sauerstoffspezies vernichtet. Lithium ermöglicht die Reduktion von oxidativem Stress im Gehirn, was unser Nervensystem wirksam vor Schäden schützt. Die schon früher erwähnte glutamathemmende Wirkung ist auch in dieser Hinsicht nicht gleichgültig, weil eine zu starke Wirkung dieses Neurotransmitters zu Toxizität und dem Absterben von Zellen führt. Lithium bewirkt die Erhöhung des Spiegels des neurotrophen Faktors BDNF (brain-derived neurotrophic factor), der an der therapeutischen Wirkung vieler Antidepressiva beteiligt ist und für seine neuroprotektiven Eigenschaften sowie die Stimulation der Neuroplastizität bekannt ist. Infolge der Zufuhr dieses Mineralstoffs wird das Wachstum von Hirnstrukturen festgestellt, die für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich sind, wie Hippocampus, Amygdala oder präfrontaler Kortex [4].

Die Reduktion der Exzitotoxizität von Glutamat basiert auf der Modulation des Durchflusses von Calciumionen als Reaktion auf die Aktivierung der NMDA-Rezeptoren des glutamatergen Systems. Manche Antiepileptika charakterisieren sich durch einen ähnlichen Wirkungsmechanismus, und Lithium selbst wird auch bei der Therapie von Epilepsie ausgenutzt.

Eine weitere bemerkenswerte Eigenschaft von Lithium ist die Hemmung von GSK-3 (Glycogen synthase kinase 3), welches ein Entzündungsfaktor ist und dessen Wachstum mit solchen Krankheiten wie bipolare Störung, Alzheimer-Krankheit, Krebs oder Diabetes Typ 2 verbunden ist. Die proapoptotische Wirkung dieses Faktors kann die Degeneration des Gehirns intensivieren, und seine Hemmung wird, wie leicht man leicht vermuten kann, unser Gehirn schützen [12].

Einige Quellen weisen auf ein therapeutisches Potenzial bei der Huntington-Krankheit hin, da es neuroprotektive Eigenschaften hat [13]. Auch beim Tourette-Syndrom wurden positive Effekte bei der Reduktion der motorischen und vokalen Tics festgestellt. Es wurden sogar größere Vorteile als im Fall des gewöhnlich verwendeten Neuroleptikums Haloperidol festgestellt, da eine langzeitige Besserung ohne Nebenwirkungen, die für dieses Medikament charakteristisch sind, beobachtet wurde [14].

Schauen wir uns jetzt die Vorzüge bei anderen gesundheitlichen Aspekten an.

Die Vorzüge, die sich aus der Lithiumzufuhr ergeben, werden im Energiehaushalt, dank der Unterstützung der Mitochondrienfunktion und der Verzögerung ihrer Degeneration zusammen mit dem fortschreitenden Alter festgestellt [15]. Dies sind keine Forschungen, die am Menschen durchgeführt wurde, aber sie weisen auf potenzielle Vorteile hin, was zu weiteren Forschungen ermuntert. Manche Berichte weisen jedoch auch auf die Möglichkeit der Verlangsamung der Alterung und der Verlängerung des Lebens von Menschen hin. Die Grundlage dafür ist die Analyse der Korrelation der Sterblichkeitsrate und des Lithiumgehalts im Trinkwasser in japanischen Gemeinden [16].

Es gibt auch eine gute Nachricht für die Personen, die mit einer außergewöhnlich lästigen Beschwerde zu kämpfen haben, welche die Cluster-Kopfschmerzen sind – die stärkste bekannte Art von Kopfschmerzen. Die Einnahme von Lithium kann sich sowohl bei chronischen als auch bei episodischen Formen dieser Krankheit als hilfreich erweisen [17].

Viele Menschen suchen bei der heute häufig auftretenden Insulinresistenz in Supplementen Unterstützung. Lithium ist eines dieser Supplemente, die hilfreich sein können. Darauf weist die Verbesserung des Glucosetransports zu den Muskelzellen und die Intenisivierung der Glykogensynthese hin [18].

So oft wie auf die Insulinresistenz stoßen wir auf die Autoimmunisation. Bei manchen Erkrankungen aus dieser Kategorie kann Lithium dank seiner Auswirkung auf die Produktion von pro-und antiinflammatorischen Zytokinen hilfreich sein [19].

Eine interessante Information ist auch die potenzielle Erhöhung der Knochendichte und die Senkung des Risikos von Brüchen als Folge der Lithiumtherapie [20].

Ist die Supplementation sicher?

Selbstverständlich, wenn sie vernünftig durchgeführt wird. Große Lithiumdosen sind toxisch, weswegen vor der Kur mit hohen Dosen, zuerst der Lithiumspiegel im Blut untersucht und ein Arzt konsultiert werden sollte. Die Konsultation wird auch empfohlen, wenn andere Medikamente eingenommen werden. Im Falle einer Schilddrüsenunterfunktion sollte man mit Lithium vorsichtig sein, weil es in gewissem Maße die Produktion ihrer Hormone stören kann. Dies ist jedoch eine positive Information für Menschen mit ihrer Überfunktion. Lithium sollte nicht von Schwangeren oder Stillenden eingenommen werden, weil es für das Kind toxisch sein kann.

Unter den selten vorkommenden Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung wurden am häufigsten Kopfschmerzen, Durchfall [3], Muskelschwächung, leichte Apathie und reduzierter Appetit festgestellt [11].

Zusammenfassung

Lithium ist ein sehr interessanter Mineralstoff, welcher insbesondere im Fall von psychischen Störungen und Stimmungsproblemen nützlich ist. Wenn es vernünftig verwendet wird, kann es ein außergewöhnlich wertvolles therapeutisches Element darstellen. Als Supplement erfreute es sich leider bisher keiner großen Beliebtheit, insbesondere in der polnischen Realität. Es bleibt jedoch die Hoffnung, dass sich diese Tendenz ändert und dass sich immer mehr Menschen mit den Eigenschaften dieses Mittels bekannt machen.

Referenzen:

[1] https://www.researchgate.net/publication/12817976_5-HT1B_receptors_A_novel_target_for_lithium_-_Possible_involvement_in_mood_disorders
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17042835
[3] http://neuro.psychiatryonline.org/doi/pdf/10.1176/jnp.14.3.289
[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23371914
[5] http://www.nature.com/mp/journal/v10/n1/full/4001618a.html
[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6801096
[7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/842388
[8] http://ajp.psychiatryonline.org/doi/abs/10.1176/ajp.141.10.1283?url_ver=Z39.88-2003&rfr_id=ori%3Arid%3Acrossref.org&rfr_dat=cr_pub%3Dpubmed
[9] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20588072
[10] http://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/494005
[11] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3718672