In letzter Zeit findet die Diät, die Milchprodukte ausschließt, eine immer größere Gruppe von Anhängern. Die Argumente der Enthusiasten dieses Systems sind häufig von schlechter Qualität, und das grundlose Ausschließen solcher Produkte kann auf lange Sicht mit unangenehmen Konsequenzen verbunden sein.

In der Tat ist die die Eliminierung von Milchprodukten manchmal notwendig, unter anderem durch Allergie gegen Kuhmilch. Diese kommt jedoch nur bei maximal 7% der Kinder unter dem ersten Lebensjahr vor und vergeht gewöhnlich mit der Zeit. Sie wird zweifellos seltener bei älteren Kindern und Erwachsenen festgestellt [1]. In diesem Fall ist dies eine der wenigen tatsächlichen Indikationen, um Milchprodukte auszuschließen.

Ein weiteres Argument ist die Behauptung, dass Menschen Laktose nicht verdauen. Im Grunde genommen hat weltweit ein großer Prozentsatz der Bevölkerung Schwierigkeiten mit der Verdauung dieses Zuckers. Wenn wir unser Land in Erwägung ziehen, ist dieser Prozentsatz jedoch sehr gering [1]. Außerdem kann man nach laktosefreien Äquivalenten oder Milchprodukten greifen, die dieses Disaccharid nicht enthalten (wie u.a. Labkäse).

Die Überzeugung von einer „erhöhten Schleimproduktion“ hat, obwohl es in einigen Kreisen eingeprägt wurde, nichts mit der Wahrheit zu tun [2,3]. Ähnlich sieht es mit der Überzeugung aus, dass UHT-Milch ein wertloses, milchähnliches Produkt ist. Tatsächlich werden während der Sterilisation gewisse Verluste an Vitaminen festgestellt. Diese Milch ist daher verarmt, jedoch keinesfalls sterilisiert. Im Gegensatz zur „Milch, die direkt von der Kuh stammt“ ist sie jedoch frei von Pathogenen wie Salmonella oder E.Coli [4,5]. Die Ansicht, dass kein anderes Tier die Milch anderer Säugetiere trinkt, führt zu der Frage: „Trinkt irgendein anderes Tier Kaffee?“. Und dies überlasse ich der eigenen Überlegung.

Warum sollte man also nicht auf Milchprodukte verzichten?

Milchprodukte sind eine hervorragende Calciumquelle, wo langreifende Käsesorten wie Parmesan sogar 1380 mg der erwähnten Verbindung enthalten können [6]. Der Tagesbedarf an Calcium beträgt für einen Erwachsenen durchschnittlich 1000 mg [7]. Es hat sich ergeben, dass Milchprodukte zum Konsum von ca. 52-65% Calcium in der Diät beitragen [8]. Der Rest kann problemlos mit anderer konventioneller Nahrung oder Mineralwasser ergänzt werden.

Leider ist Calcium ein außergewöhnlich neuralgischer Bestandteil bei Frauen, die verhältnismäßig weniger Energie konsumieren als Männer. Dies scheint insbesondere bei der Eliminierung von Milchprodukten problematisch zu sein. Einigen Daten zu Folge, decken Frauen im Alter von 19 bis 50 Jahren, die keine Milchprodukte konsumieren, im Durchschnitt 44% des empfohlenen Calciumbedarfs [8]. Eine langfristige Anwendung eines solchen mangelnden Ernährungssystems kann mit gesundheitlichen Konsequenzen verbunden sein, wie z.B. einer gesenkten Mineraldichte der Knochen oder einem erhöhten Osteoporoserisiko [9]. Die entsprechende Calciumzufuhr scheint im Kindes- und Jugendalter sehr wichtig zu sein. Es wird angenommen, dass im Erwachsenenalter die Rolle von Calcium in der Diät wahrscheinlich geringer ist und vor allem auf das Tempo des Verlusts der Knochenmineraldichte einfließen kann [9].

Calcium, das aus Milchprodukten stammt, wird jedoch mit zahlreichen Legenden assoziiert. Bemerkenswert ist jedoch, dass es sich durch ein hohes Absorptionstempo, eine hohe Verfügbarkeit und relativ niedrige Kosten auszeichnet, weshalb es empfohlen wird, Milchprodukte in entsprechenden, moderaten Mengen zu konsumieren [8].

Milchprodukte sind auch eindeutig eine gute Proteinquelle [7]. Da sie sich durch einen hohen Gehalt an der Aminosäure Leucin (> 10%) charakterisieren, haben sie im Vergleich zu pflanzlichen Proteinquellen eine andere Fähigkeit zur Stimulation von MPS sowohl im Ruhezustand als auch nach Anstrengung [10]. Dies ist für die Personen, die ihre Körperfigur formen und Muskelmasse aufbauen, von großer Bedeutung.

Zusammenfassung

Ein grundloser Verzicht auf Milchprodukte kann zu einem unzureichenden Calciumkonsum führen, was auf lange Sicht oft zu Problemen mit der Mineraldichte der Knochen führt. Wenn es tatsächlich Indikationen für die Eliminierung von Milchprodukten gibt oder sich dies aus ethischen Problemen ergibt – erschwert dies die Zufuhr der empfohlenen Calciummengen, aber macht dies nicht unmöglich. Eine ausgezeichnete Alternative sind angereicherte Produkte wie u.a. Sojagetränke mit Calciumzusatz, Hülsenfrüchte oder Mineralwasser.

Ich wiederhole jedoch, dass der Konsum von Milchprodukten nicht notwendig ist, jedoch ihr entsprechender, moderater Verzehr einen Teil einer vollwertigen Diät darstellen kann. Man sollte auch nicht übertreiben und diese Produkte in übermäßigen Mengen konsumieren, da einige dieser Produkte einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren enthalten.

1.Ludman S. i in. Managing cows’ milk allergy in children. BMJ. 2013;347.
2.Wüthrich B. i in. Milk Consumption Does Not Lead to Mucus Production or Occurrence of Asthma. J Am Coll Nutr. 2005;24(sup6):547–555.
3.Pinnock C.B. i in. Relationship between Milk Intake and Mucus Production in Adult Volunteers Challenged with Rhinovirus-2. Am Rev Respir Dis. 1990 Feb;141(2):352-6.
4.Lucey J.A., Raw Milk Consumption: Risks and Benefits., Nutr Today. 2015 Jul;50(4):189-193. 2015 Jun 27.
5.Scott K. J., Nutrient content of milk and milk products: vitamins of the B complex and vitamin C in retail market milk and milk products, International Journal of Dairy Technology 39(1):32 – 35 Aug 2007
6.https://pl.wikipedia.org/wiki/Parmezan
7.Jarosz M., Normy żywienia dla populacji Polski, Instytut Żywności i Żywienia, Warszawa, 2017

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